Große Namen in Son und Salsa
Wer anfängt, Son und Salsa zu hören, steht vor einem riesigen Katalog. Diese Auswahl ist kein Ranking, sondern ein Einstieg: Musiker und Bands, die die Geschichte geprägt haben und die man auf Partys immer wieder hört.

Die frühen Son-Gruppen
Sexteto Habanero (gegründet 1920) legte die klassische Besetzung des Son fest und nahm in den 1920er-Jahren zahlreiche Platten auf. Septeto Nacional Ignacio Piñeiro (gegründet 1927) gibt es bis heute. Piñeiro schrieb viele Standards, darunter „Échale salsita“. Das Trío Matamoros aus Santiago stand für die liedhafte, gitarrenbetonte Seite, aus der viele Boleros stammen.
Arsenio Rodríguez (1911–1970) ist für die Salsa vielleicht der wichtigste Name überhaupt. Der blinde Tres-Spieler erweiterte in den 1940er-Jahren die Besetzung um Conga, Klavier und mehrere Trompeten und machte den Montuno zum Herzstück der Stücke. Viele spätere Salsa-Klassiker sind Neuaufnahmen seiner Lieder.
Die großen Stimmen
Benny Moré (1919–1963) war in den 1950er-Jahren der populärste Sänger Kubas. Man nannte ihn „El Bárbaro del Ritmo“. Er sang Son, Mambo, Guaracha und Bolero gleichermaßen und leitete eine eigene Big Band. Seine Aufnahmen sind auf kubanischen Partys bis heute Standard.
Celia Cruz (1925–2003) wurde in Havanna als Sängerin der Sonora Matancera bekannt, mit der sie in den 1950er-Jahren unzählige Aufnahmen machte. Nach der Revolution verließ sie Kuba und lebte in den USA. Bei Fania wurde sie zur „Königin der Salsa“, ihr Ausruf „¡Azúcar!“ ist bis heute ihr Markenzeichen.
Héctor Lavoe (1946–1993) aus Puerto Rico sang in der Band von Willie Colón und später solo. Seine Stimme und seine Bühnenpräsenz machten ihn zu einer der prägenden Figuren der New Yorker Salsa.
New York und Fania
- Machito und Mario Bauzá verbanden ab 1940 kubanische Rhythmen mit Big-Band-Jazz.
- Tito Puente (1923–2000), Timbalero und Bandleader, der „König der Timbales“.
- Johnny Pacheco (1935–2021), Flötist, Bandleader und Mitgründer von Fania.
- Willie Colón, Posaunist und Bandleader, prägte den rauen Posaunen-Sound der 1970er.
- Rubén Blades aus Panama, Sänger und Songschreiber, mit Colón das Album Siembra (1978).
- Eddie Palmieri, Pianist, der Salsa mit Jazz und Experimenten verband.
Kolumbien, Puerto Rico, Venezuela
Auch außerhalb von Kuba und New York entstanden wichtige Bands. El Gran Combo de Puerto Rico, gegründet 1962, spielt bis heute und gilt als eine Art Schule der Salsa, durch die viele Sänger gegangen sind. In Kolumbien prägten Grupo Niche und Joe Arroyo den Sound der 1980er-Jahre, in Venezuela wurde Oscar D'León mit Bass in der Hand und großer Bühnenshow zum Star. Auf Partys mit linearem Schwerpunkt hört man diese Namen häufig.
Buena Vista Social Club

1996 nahmen in Havanna ältere, teils schon vergessene Musiker ein Album auf, das 1997 als Buena Vista Social Club erschien. Dabei waren unter anderem der Gitarrist und Sänger Compay Segundo (1907–2003), der Sänger Ibrahim Ferrer (1927–2005), der Pianist Rubén González (1919–2003) und die Sängerin Omara Portuondo. Die Platte wurde ein weltweiter Erfolg, der Film von Wim Wenders folgte 1999. Für viele Menschen in Europa war das der erste Kontakt mit kubanischem Son.
Kuba heute: Los Van Van und die Timba
Los Van Van, 1969 von dem Bassisten Juan Formell (1942–2014) gegründet, ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Bands Kubas und entwickelte den Songo. NG La Banda und Charanga Habanera stehen für die Timba der 1990er-Jahre. Wer auf einer Party mit kubanischem Schwerpunkt tanzt, hört diese Bands sehr wahrscheinlich.
Fünf Alben für den Einstieg
- Son
- eine Zusammenstellung von Septeto Nacional oder Sexteto Habanero
- Kuba 1950er
- eine Sammlung mit Benny Moré
- Klassiker
- Siembra (Willie Colón und Rubén Blades, 1978)
- Wiederentdeckung
- Buena Vista Social Club (1997)
- Modern
- ein Live-Album von Los Van Van
Wenn dir beim Hören auffällt, wie unterschiedlich diese Aufnahmen klingen, liegt das an Besetzung und Epoche. Der Beitrag über die Instrumente hilft, die Unterschiede einzuordnen, und die Geschichte der Salsa erklärt, wie die Stile zusammenhängen.


