Salsa & SonKubanische Musik und Tanz

Große Namen in Son und Salsa

Aktualisiert am 1. Oktober 20263 Min. Lesezeit

Wer anfängt, Son und Salsa zu hören, steht vor einem riesigen Katalog. Diese Auswahl ist kein Ranking, sondern ein Einstieg: Musiker und Bands, die die Geschichte geprägt haben und die man auf Partys immer wieder hört.

Schwarzweißfoto einer Sängerin in hellem Kleid umgeben von Musikern in hellen Anzügen
Celia Cruz mit der Sonora Matancera in den 1950er-Jahren. (Foto: Ibrahim Arce (Narcy Studios photographer) · Public domain · Wikimedia Commons)

Die frühen Son-Gruppen

Sexteto Habanero (gegründet 1920) legte die klassische Besetzung des Son fest und nahm in den 1920er-Jahren zahlreiche Platten auf. Septeto Nacional Ignacio Piñeiro (gegründet 1927) gibt es bis heute. Piñeiro schrieb viele Standards, darunter „Échale salsita“. Das Trío Matamoros aus Santiago stand für die liedhafte, gitarrenbetonte Seite, aus der viele Boleros stammen.

Arsenio Rodríguez (1911–1970) ist für die Salsa vielleicht der wichtigste Name überhaupt. Der blinde Tres-Spieler erweiterte in den 1940er-Jahren die Besetzung um Conga, Klavier und mehrere Trompeten und machte den Montuno zum Herzstück der Stücke. Viele spätere Salsa-Klassiker sind Neuaufnahmen seiner Lieder.

Die großen Stimmen

Benny Moré (1919–1963) war in den 1950er-Jahren der populärste Sänger Kubas. Man nannte ihn „El Bárbaro del Ritmo“. Er sang Son, Mambo, Guaracha und Bolero gleichermaßen und leitete eine eigene Big Band. Seine Aufnahmen sind auf kubanischen Partys bis heute Standard.

Celia Cruz (1925–2003) wurde in Havanna als Sängerin der Sonora Matancera bekannt, mit der sie in den 1950er-Jahren unzählige Aufnahmen machte. Nach der Revolution verließ sie Kuba und lebte in den USA. Bei Fania wurde sie zur „Königin der Salsa“, ihr Ausruf „¡Azúcar!“ ist bis heute ihr Markenzeichen.

Héctor Lavoe (1946–1993) aus Puerto Rico sang in der Band von Willie Colón und später solo. Seine Stimme und seine Bühnenpräsenz machten ihn zu einer der prägenden Figuren der New Yorker Salsa.

New York und Fania

Kolumbien, Puerto Rico, Venezuela

Auch außerhalb von Kuba und New York entstanden wichtige Bands. El Gran Combo de Puerto Rico, gegründet 1962, spielt bis heute und gilt als eine Art Schule der Salsa, durch die viele Sänger gegangen sind. In Kolumbien prägten Grupo Niche und Joe Arroyo den Sound der 1980er-Jahre, in Venezuela wurde Oscar D'León mit Bass in der Hand und großer Bühnenshow zum Star. Auf Partys mit linearem Schwerpunkt hört man diese Namen häufig.

Buena Vista Social Club

Band mit Kontrabass, Percussion und Sänger auf einer dunklen Bühne
Die Band von Compay Segundo bei einem Konzert. Nach dem Erfolg von Buena Vista Social Club tourten viele der beteiligten Musiker weltweit. (Foto: Shadowgate from Novara, ITALY · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons)

1996 nahmen in Havanna ältere, teils schon vergessene Musiker ein Album auf, das 1997 als Buena Vista Social Club erschien. Dabei waren unter anderem der Gitarrist und Sänger Compay Segundo (1907–2003), der Sänger Ibrahim Ferrer (1927–2005), der Pianist Rubén González (1919–2003) und die Sängerin Omara Portuondo. Die Platte wurde ein weltweiter Erfolg, der Film von Wim Wenders folgte 1999. Für viele Menschen in Europa war das der erste Kontakt mit kubanischem Son.

Kuba heute: Los Van Van und die Timba

Los Van Van, 1969 von dem Bassisten Juan Formell (1942–2014) gegründet, ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Bands Kubas und entwickelte den Songo. NG La Banda und Charanga Habanera stehen für die Timba der 1990er-Jahre. Wer auf einer Party mit kubanischem Schwerpunkt tanzt, hört diese Bands sehr wahrscheinlich.

Fünf Alben für den Einstieg

Son
eine Zusammenstellung von Septeto Nacional oder Sexteto Habanero
Kuba 1950er
eine Sammlung mit Benny Moré
Klassiker
Siembra (Willie Colón und Rubén Blades, 1978)
Wiederentdeckung
Buena Vista Social Club (1997)
Modern
ein Live-Album von Los Van Van

Wenn dir beim Hören auffällt, wie unterschiedlich diese Aufnahmen klingen, liegt das an Besetzung und Epoche. Der Beitrag über die Instrumente hilft, die Unterschiede einzuordnen, und die Geschichte der Salsa erklärt, wie die Stile zusammenhängen.