Instrumente im Son und in der Salsa
Eine Salsa-Band klingt wie ein einziges großes Instrument, aber eigentlich spielt jeder Musiker nur ein kleines, wiederkehrendes Muster. Wer die Rollen kennt, hört plötzlich, wie die Teile ineinandergreifen.

Saiteninstrumente: Tres und Gitarre
Der Tres ist das typische Instrument des Son. Er sieht aus wie eine kleine Gitarre, hat aber nur drei Saitenchöre, meist jeweils doppelt bespannt. Entstanden ist er im Osten Kubas, oft wird Baracoa als Ursprungsort genannt. Der Tres spielt den Guajeo, ein kurzes, sich wiederholendes Muster, das gleichzeitig Melodie und Rhythmus ist, und übernimmt im Montuno häufig die Soli. Die Gitarre begleitet dazu mit Akkorden und gibt den Sängern Halt.
In der New Yorker Salsa ist der Tres seltener zu hören. Seine Aufgabe übernahm dort weitgehend das Klavier, dessen Montuno-Figuren direkt aus dem Guajeo abgeleitet sind.
Die Trommeln

Die Bongós waren die erste Trommel im Son. Der Bongocero spielt mit den Fingern ein Grundmuster, den Martillo, und verziert es frei. Wenn das Stück in den Montuno wechselt, legt er die Bongós oft weg und nimmt eine große Handglocke, den Bongó-Cencerro. Darauf spielt er kräftige Schläge, die der Band zusätzlichen Druck geben.
Die Conga oder Tumbadora ist eine hohe, fassförmige Trommel und stammt aus der Rumba und aus afrokubanischen Traditionen. Arsenio Rodríguez holte sie in den 1940er-Jahren in den Son. Ihr wichtigstes Muster, ebenfalls Tumbao genannt, betont mit offenen Schlägen die Zählzeiten 4 und 8. Darauf achten Tänzer, die nach dem kubanischen Gefühl tanzen.

Die Timbales kommen aus einer anderen Ecke, nämlich aus den Danzón-Orchestern. Es sind zwei flache Metalltrommeln auf einem Ständer, dazu Glocken und oft ein Becken. Der Timbalero spielt mit Stöcken, schlägt auf Kessel und Rand (Cáscara) und setzt laute Akzente, die Übergänge im Stück ankündigen. In der New Yorker Salsa ist er häufig der heimliche Dirigent.
Kleine Percussion
- Claves: zwei Hartholzstäbe für das Grundmuster, dem ein eigener Beitrag über die Clave gewidmet ist.
- Maracas: Rasseln, meist vom Sänger gespielt, die einen gleichmäßigen Teppich legen.
- Güiro: ein geriffelter Kürbis, über den ein Stab gezogen wird. Typischer im Danzón und im Cha-cha-chá als in der Salsa.
Bass: von der Marímbula zum Kontrabass
Ganz früher übernahm im ländlichen Son eine Marímbula die Basslinie, ein Holzkasten mit Metallzungen, auf dem man sitzt und spielt. In Havanna setzte sich bald der Kontrabass durch, später kam der elektrische Bass dazu. Seine Linie ist der Tumbao, der die Eins oft auslässt und die nächste Harmonie vorwegnimmt. Wer zum ersten Mal Salsa tanzt und die Eins nicht findet, liegt meist genau daran.
Bläser und Klavier
Ende der 1920er-Jahre kam die Trompete hinzu, aus dem Sexteto wurde das Septeto. Arsenio Rodríguez setzte zwei, später drei Trompeten ein. In New York prägten dann Posaunen den Klang, besonders in den Bands von Willie Colón, deren rauer, tiefer Bläsersatz für viele zum typischen Salsa-Sound wurde. Das Klavier spielt Montuno-Figuren, die mit der Clave verzahnt sind, und tritt in den Soli in den Vordergrund.
Wer macht was?
- Clave
- Grundmuster über zwei Takte, Orientierung für alle
- Bass
- Tumbao, vorweggenommene Töne, offene Eins
- Conga
- offene Schläge auf 4 und 8
- Bongó / Glocke
- Verzierungen im Largo, Druck im Montuno
- Timbales
- Cáscara, Übergänge, Akzente
- Tres / Klavier
- Guajeo bzw. Montuno, Soli
- Bläser
- Melodien zwischen den Gesangsteilen, Mambo-Teile
So hörst du die Instrumente heraus
Nimm dir ein Stück und hör es mehrmals hintereinander, jedes Mal mit einem anderen Fokus. Erst nur den Bass, dann nur die Conga, dann die Glocke. Nach ein paar Durchgängen ergibt sich ein Bild davon, wie die Muster übereinanderliegen. Für Tänzer lohnt sich besonders die Conga: Ihre offenen Schläge auf 4 und 8 sind beim kubanischen Tanzen ein guter Halt. Mehr zum Zählen findest du im Beitrag zum Grundkurs.


