Salsa & SonKubanische Musik und Tanz

Bachata, Merengue, Cha-cha-chá und andere

Aktualisiert am 1. Oktober 20263 Min. Lesezeit

Auf kaum einer Salsa-Party läuft den ganzen Abend nur Salsa. Zwischendurch kommen Bachata, Merengue oder ein Cha-cha-chá. Wer die Grundschritte kennt, muss bei diesen Liedern nicht an den Rand.

Bolero70–100Bachata110–140Cha-cha-chá110–130Son80–130Salsa150–220Merengue120–160grobe Richtwerte in Schlägen pro Minute, je nach Band und Stück sehr verschieden

Die Grafik oben ordnet die Tänze grob nach Tempo. Die Werte sind Richtwerte, denn jede Band spielt anders, und gerade bei Salsa reicht die Spanne von gemütlich bis sehr schnell.

Bachata

Die Bachata stammt aus der Dominikanischen Republik. Sie entstand in den 1960er-Jahren als Gitarrenmusik der ärmeren Viertel und galt lange als Musik der einfachen Leute. Seit den 1990er-Jahren ist sie international erfolgreich, 2019 nahm die UNESCO Musik und Tanz der Bachata in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Typisch sind die hell gezupfte Gitarre und Texte über Liebe und Herzschmerz.

Der Grundschritt besteht aus drei Schritten zur Seite und einem Tipp oder einer kleinen Hüftbewegung auf der 4, dann zurück. Auf Partys hört man heute oft die Sensual-Variante mit vielen Wellenbewegungen, daneben die eher bodenständige dominikanische Bachata mit schneller Fußarbeit. Für Salsa-Einsteiger ist Bachata meist leichter zugänglich, weil der Takt deutlicher hörbar ist.

Merengue

Auch der Merengue kommt aus der Dominikanischen Republik und gilt dort als Nationaltanz. Die UNESCO nahm ihn 2016 in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Musikalisch prägen ihn Akkordeon, Saxofon, die zweiseitige Trommel Tambora und die metallene Güira. Der Tanz ist denkbar einfach: Das Gewicht wechselt bei jedem Schlag von einem Fuß auf den anderen, fast wie Marschieren auf der Stelle, mit lockeren Hüften. Darauf werden Drehungen und Armfiguren gelegt, viele davon kennst du aus der Salsa.

Merengue ist ein guter Tanz, um Hemmungen zu verlieren. Er verzeiht Fehler, weil es keinen komplizierten Takt gibt.

Cha-cha-chá

Der Cha-cha-chá wurde Anfang der 1950er-Jahre in Kuba populär. Als Erfinder gilt der Geiger Enrique Jorrín, dessen Stück „La engañadora“ (1953) den Stil bekannt machte. Gespielt wurde er von Charangas, also Orchestern mit Flöte, Geigen und Timbales. Getanzt wird er mit einem charakteristischen Doppelschritt, der dem Tanz seinen Namen gibt: „cha-cha-chá“ auf den Zählzeiten 4, und, 1.

Wichtig: Der Cha-cha-chá auf Salsa-Partys hat wenig mit dem Cha-Cha-Cha des Turniertanzes zu tun. Er ist langsamer, weicher und näher am kubanischen Original. Viele Casino-Figuren lassen sich darauf übertragen.

Son

Auf kubanisch geprägten Partys läuft regelmäßig klassischer Son. Man kann ihn mit dem Salsa-Grundschritt tanzen, nur langsamer und mit mehr Zeit für Bewegung im Körper. In Kuba gibt es auch einen eigenen, älteren Son-Tanz mit etwas anderem Timing, bei dem sich die Schritte stärker am Bass orientieren. Er wirkt dadurch verzögert und elegant.

Bolero

Der Bolero ist die Ballade der kubanischen Musik, langsam, romantisch und mit viel Gefühl gesungen. Getanzt wird er eng, mit kleinen Schritten, ähnlich wie ein langsamer Son. Auf Partys kommt er selten, ist aber ein schöner Moment zum Durchatmen.

Rumba

Die kubanische Rumba ist kein Paartanz im üblichen Sinn, sondern ein Komplex aus Gesang, Trommeln und Tanz mit afrikanischen Wurzeln. Ihre bekanntesten Formen sind Yambú, Guaguancó und Columbia. Die UNESCO nahm die Rumba 2016 in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Mit dem Turniertanz Rumba hat sie wenig gemein. Elemente aus der Rumba tauchen in der Salsa cubana häufig auf, etwa bei freien Passagen.

Grundschritte im Vergleich

Salsa
drei Schritte, Pause, drei Schritte, Pause (8 Zählzeiten)
Bachata
drei Schritte seitlich, Tipp auf 4 und 8
Merengue
Gewichtswechsel auf jedem Schlag
Cha-cha-chá
zwei langsame Schritte, dann „cha-cha-chá“ auf 4-und-1
Bolero
langsam, eng, kleine Schritte

Was davon lernen?

Wer regelmäßig auf Salsa-Partys geht, kommt mit Bachata und Merengue in die Verlegenheit, mittanzen zu wollen. Beide lassen sich in einer Schnupperstunde so weit lernen, dass es für die Party reicht. Cha-cha-chá lernt man am besten über den kubanischen Stil, weil viele Figuren gleich sind.